Echten Honig erkennen: Woran du guten Honig erkennst

Echten Honig erkennst du beim Einkauf am ehesten an einer klaren Herkunft und einem Imker, den du fragen kannst. Sicherheit über die Echtheit gibt dir nur eine geeignete Laboranalyse. Mein Name ist Marco Kaluscha, ich halte mit meiner Familie Bienen in Kollmar an der Elbe. Bei jedem Lebensmittel frage ich zuerst, woher es kommt. Bei einem Honigglas lohnt sich dafür der Blick aufs Etikett. Auch die Ernteangaben helfen dir weiter. Ob der Honig hell, dunkel oder bereits fest ist, beweist dagegen wenig.

Honigqualität auf einen Blick

  • Nachvollziehbare Herkunft und ein erreichbarer Imker helfen bei der Kaufentscheidung.
  • Eine deutsche Abfülladresse belegt keine Ernte in Deutschland.
  • Kristallisation ist natürlich und kein Qualitätsmangel.
  • Haushaltstests können die Echtheit von Honig nicht sicher nachweisen.
  • ElbeImker füllt in Kollmar von Hand ab; jeder Glas-QR-Code zeigt Herkunfts- und Ernteangaben.

Woran erkennst du echten Honig?

Eine klare Herkunft und überprüfbare Angaben helfen dir, guten Honig auszuwählen. Nur vom Anschauen oder Probieren kannst du seine Echtheit allerdings nicht sicher beurteilen.

Nimm das Glas in die Hand und lies auch die Rückseite. Dort sollten das Ursprungsland und das verantwortliche Unternehmen stehen. Eine Region oder Angaben zur Ernte machen die Herkunft noch genauer. Und wenn du den Imker erreichen kannst, lässt sich nachfragen, wo seine Bienen stehen und welche Blüten sie anfliegen.

Ich habe viele Jahre als Küchenchef in Hotels und Restaurants an der Ostsee und in München gearbeitet. Dort habe ich gelernt, wie sehr die Qualität eines einzigen Produkts ein ganzes Gericht verändern kann. Beim Honig gehört für mich dazu, die Blüten hinter dem Geschmack zu kennen.

Mild ist dabei nicht schlechter als kräftig. Auch eine helle Farbe sagt nichts darüber aus, wie sorgfältig ein Honig erzeugt wurde. Lass dir die Sorte erklären. So kannst du besser entscheiden, welcher Honig dir schmeckt und wofür du ihn verwenden möchtest. Honig an der Qualität erkennen kannst du vor allem mit einem genauen Blick aufs Etikett.

Was auf dem Etikett stehen muss

Auf dem Honigetikett müssen unter anderem die Bezeichnung des Lebensmittels, das Ursprungsland, das Mindesthaltbarkeitsdatum sowie Name und Anschrift des verantwortlichen Unternehmens stehen. Dazu kommt die Nettofüllmenge, also die Menge Honig im Glas.

Bei Blütenhonig kann die Bezeichnung „Honig“ lauten, bei einer passenden Sortenangabe etwa „Rapshonig“. Enthält eine Spezialität Früchte oder Gewürze, reicht „Honig“ allein als Bezeichnung nicht aus.

Beim Lesen lohnt es sich, die Angaben auseinanderzuhalten:

  • Das Ursprungsland sagt dir, in welchem Land der Honig erzeugt wurde.
  • Name und Anschrift nennen das verantwortliche Unternehmen. Eine deutsche Adresse allein belegt keine deutsche Ernte.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt für die zugesicherten Eigenschaften bei angemessener Lagerung. Der Honig verdirbt nicht plötzlich an diesem Tag.
  • Bei Mischungen aus mehreren Ländern müssen die Herkunftsländer angegeben sein. Dafür gelten eigene Kennzeichnungsvorschriften.

Eine Region grenzt die Herkunft weiter ein. Zwischen „abgefüllt in Deutschland“ und „Honig aus Deutschland“ liegt dagegen ein wichtiger Unterschied. Abfüllen lässt sich hier auch ein Honig, der anderswo geerntet wurde. Ein Landschaftsbild auf dem Glas ersetzt deshalb die Angabe des Ursprungslands nicht.

Wird echter Honig fest?

Ja, viele echte Honige werden mit der Zeit fest. Das nennt sich Kristallisation und ist kein Qualitätsmangel. Flüssiger Honig ist deshalb aber nicht automatisch schlechter.

Im Honig stecken verschiedene Zucker. Vor allem der Traubenzucker bildet Kristalle. Wie schnell das passiert, hängt von der Zusammensetzung und der Lagerung ab. Zwei Gläser können also gleich lange im Schrank stehen und trotzdem ganz unterschiedlich aussehen.

Rapshonig wird schnell fest. Heidehonig bleibt dagegen häufig länger zäh bis geleeartig. Diese geleeartige Beschaffenheit ist etwas anderes als das Festwerden von Rapshonig. An einer festen Frist kannst du echten Honig deshalb nicht erkennen.

Auch fein-cremiger Honig enthält Kristalle. Sie sind nur sehr klein. Gezieltes Rühren während der Kristallisation hilft, diese feine, streichfähige Konsistenz zu erreichen. Dafür muss dem Honig nichts zugesetzt werden.

Bei unseren Naturhonigen kannst du den Unterschied kennenlernen: Sommerblütenhonig ist mild und fein-cremig, Heidehonig kräftig-würzig. Nimm die Konsistenz als Hilfe bei der Auswahl. Als Echtheitsbeweis taugt sie ebenso wenig wie die Farbe. Wenn dein Honig kristallisiert, spricht das also eher für als gegen ihn.

Taugen Wassertest und Feuerzeugtest?

Nein, mit Wasser, Feuerzeug oder einem Tropfen auf dem Daumen kannst du echten Honig nicht zuverlässig erkennen. Die Versuche sagen mehr über Konsistenz und Versuchsbedingungen aus als über die Echtheit.

Beim Wassertest soll ein Löffel Honig im Glas absinken und möglichst lange zusammenbleiben. Ein zäher Honig verhält sich dabei anders als ein dünnflüssiger. Auch die Temperatur spielt mit hinein. Rührst du um, verändert sich das Bild wieder. Echter Honig löst sich ebenfalls in Wasser.

Beim Daumentest soll der Tropfen liegen bleiben, statt auseinanderzulaufen. Auch hier vergleichst du vor allem die Konsistenz. Zäher Heidehonig und flüssiger Honig können sich unterschiedlich verhalten, ohne dass einer davon zugesetzte Stoffe enthält.

Der Feuerzeugtest soll die Echtheit am Brennverhalten zeigen. Das funktioniert ebenfalls nicht zuverlässig. Den Versuch mit offener Flamme kannst du dir sparen.

Für eine sichere Beurteilung braucht es ein geeignetes Labor. Dort lassen sich etwa das Zuckerprofil und der Wassergehalt untersuchen. Welche weiteren Analysen nötig sind, hängt von der Frage ab. Ein einzelner Messwert beantwortet nicht alles; die Ergebnisse müssen fachkundig zusammen beurteilt werden. Den Wassertest mit Honig kannst du dir deshalb sparen.

Herkunft nachvollziehen mit dem QR-Code

Mit dem QR-Code auf jedem ElbeImker-Glas kannst du nachverfolgen, aus welcher Region und von welchem Volk oder Standort der Honig stammt und wann er geerntet wurde. Damit erfährst du mehr als nur das Ursprungsland.

Halte die Handykamera auf den Code und öffne den Link. Dort findest du die Herkunfts- und Ernteangaben zu deinem Glas. Der Code ergänzt das Etikett. Eine Laboranalyse ersetzt er nicht.

Unsere Bienen leben in 65 Carnica-Bienenvölkern auf Obsthöfen, an Rapsfeldern und Blühwiesen der Elbmarsch. Den Honig füllen wir in Kollmar von Hand ab.

Wenn du die Erntezeit kennst, lässt sich die Sorte besser einordnen. Zur Rapsblüte finden die Bienen andere Blüten vor als im Sommer. Genau deshalb gehören für mich Ort und Ernte zusammen. Und wenn du etwas genauer wissen möchtest, frag mich. Unter Über die Imkerei lernst du unsere Familienimkerei kennen. Honig mit Herkunft zum Nachlesen ist für mich eines der stärksten Qualitätsmerkmale.

Häufige Fragen

Ist flüssiger Honig schlechter als fester?

Nein, flüssiger Honig ist nicht grundsätzlich schlechter als fester Honig. Die Konsistenz hängt unter anderem von der Zuckerzusammensetzung und der Lagerung ab. Rapshonig wird beispielsweise schnell fest, andere Honige bleiben länger flüssig. Auch cremiger Honig enthält feine Kristalle. Ob ein Honig sorgfältig behandelt wurde, lässt sich deshalb weder am Fließen noch am Festwerden allein erkennen.

Woran erkenne ich Honig aus Deutschland?

Honig aus Deutschland erkennst du an der ausdrücklichen Angabe des Ursprungslands Deutschland auf dem Etikett. Eine deutsche Abfülladresse allein reicht dafür nicht aus. Sie sagt zunächst nur, welches Unternehmen für das Lebensmittel verantwortlich ist. Bei ElbeImker kannst du zusätzlich den QR-Code auf dem Glas scannen und Region, Bienenvolk beziehungsweise Standort und Erntezeit nachvollziehen.

Kann Honig schlecht werden?

Ja, Honig kann etwa durch aufgenommene Feuchtigkeit zu gären beginnen. Bewahre ihn deshalb trocken, dunkel und gut verschlossen auf und benutze einen sauberen, trockenen Löffel. Ein gäriger Geruch oder deutliche Gasbildung sind Warnzeichen; Kristalle allein sind es nicht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein automatisches Wegwerfdatum. Ist dein Honig nur fest geworden, kannst du ihn ohne Bedenken weiter essen.

Weiterlesen

Im Honigsorten-Vergleich geht es um Geschmack und Konsistenz der einzelnen Sorten. Der Artikel Roher Honig erklärt, was hinter dieser Bezeichnung steckt.