Honig richtig lagern: So bleibt er lange gut

Honig lagerst du am besten kühl, trocken, dunkel und gut verschlossen im Schrank. Ein Platz im Vorratsschrank reicht dafür meist aus. Der Kühlschrank ist nicht nötig. Aus meiner Zeit als Küchenchef und heute als Imker bei ElbeImker weiß ich: Bei einem offenen Glas kommt es vor allem auf sauberes, trockenes Besteck an. Ist dein Honig schon fest geworden, kannst du ihn weiter essen oder langsam im warmen Wasserbad wieder verflüssigen.

Honig lagern auf einen Blick

  • Honig kühl, trocken, dunkel und gut verschlossen im Schrank lagern.
  • Immer sauberes, trockenes Besteck verwenden; Feuchtigkeit und fremde Gerüche fernhalten.
  • Naturhonig braucht keinen Kühlschrank.
  • Kristallisation ist natürlich und kein Qualitätsmangel.
  • Festen Honig langsam im Wasserbad bei höchstens 35 °C verflüssigen, nicht in der Mikrowelle.
  • ElbeImker füllt Naturhonige in Kollmar von Hand ab; das Mindesthaltbarkeitsdatum steht auf dem Glas.

Wie lagerst du Honig richtig?

Stelle dein Honigglas kühl, trocken und dunkel ab, am besten im Schrank, und schraube den Deckel nach jeder Entnahme gut zu. Halte es von Herdwärme und direkter Sonne fern.

Ein Vorratsschrank eignet sich besser als die sonnige Fensterbank. Auch direkt über dem Wasserkocher ist kein guter Platz. Dort kommt das Glas immer wieder mit warmem Wasserdampf in Kontakt.

Honig nimmt Feuchtigkeit aus der Luft und fremde Gerüche auf. Schraube den Deckel deshalb auch dann zu, wenn du das Glas nur bis zum nächsten Frühstück wegstellst. So bleiben Wasserdampf und Gerüche draußen.

Nimm am Frühstückstisch einen sauberen, trockenen Löffel und lege ihn nach dem Portionieren auf einen Teller. Mit einem Löffel, an dem schon Joghurt oder Brotkrümel hängen, solltest du nicht erneut ins Glas gehen.

Unsere Naturhonige sind naturbelassen und in Kollmar von Hand abgefüllt. Nach dem Öffnen kommt es vor allem darauf an, dass weder Wasser noch Speisereste ins Glas gelangen.

Gehört Honig in den Kühlschrank?

Nein, Naturhonig braucht keinen Kühlschrank. Er wird dort zäher und lässt sich schwerer aufs Brot streichen. Bei vielen Honigen kann kühle Lagerung außerdem die Kristallisation begünstigen.

Im dunklen Vorratsschrank bleibt das gut verschlossene Glas für den täglichen Gebrauch besser streichbar.

Wie fest dein Honig wird, hängt auch von der Sorte ab. Rapshonig wird beispielsweise von Natur aus schnell fest, auch außerhalb des Kühlschranks.

Stelle ein hart gewordenes Glas nicht auf die Heizung, um es schneller weich zu bekommen. Im Wasserbad kannst du die Temperatur mit einem Thermometer kontrollieren. Wenn dich die feste Konsistenz nicht stört, kannst du den Honig auch einfach so essen. Honig im Kühlschrank wird schneller fest und lässt sich schlechter streichen.

Wie lange ist Honig haltbar?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht auf deinem Glas. Bei guter Lagerung ist Honig oft auch danach noch genießbar. Du musst ihn nicht allein wegen des Datums wegwerfen.

Wie lange er darüber hinaus hält, hängt vom Umgang und vom Lagerplatz ab. Im trockenen Vorratsschrank und mit festem Deckel ist er besser aufgehoben als offen neben dem Herd.

Mit der Zeit können sich Aroma und Farbe verändern. Auch die Konsistenz bleibt nicht immer gleich. Kristalle oder fest gewordener Honig allein bedeuten nicht, dass der Inhalt verdorben ist.

Achte dagegen auf ungewöhnliche Veränderungen wie gärigen Geruch oder deutliche Gasbildung. Honig, der Wasser aufgenommen hat, kann zu gären beginnen. Bei solchen Auffälligkeiten solltest du ihn nicht weiteressen.

Für Säuglinge unter 12 Monaten ist Honig nicht geeignet. Das gilt unabhängig vom Mindesthaltbarkeitsdatum und davon, ob das Glas frisch geöffnet wurde. Für die Honig-Haltbarkeit gilt: Naturhonig hält mindestens zwei Jahre, Frucht und Gewürz im Honig rund ein Jahr; das genaue Datum steht auf dem Glas.

Honig ist fest geworden: Was tun?

Fest gewordenen Honig kannst du weiter essen oder im Wasserbad bei höchstens 35 °C langsam verflüssigen. Das Festwerden ist natürlich und sogar ein Qualitätsmerkmal, denn jeder echte Honig kristallisiert irgendwann.

Im Honig bildet Traubenzucker Kristalle. Wie schnell das geht, unterscheidet sich je nach Sorte. Dass Honig immer flüssig bleibt, ist ein Mythos: Lange flüssig bleibt eigentlich nur Akazienhonig. Beim Erwärmen lösen sich die Kristalle wieder. Nach einiger Zeit kann der Honig allerdings erneut fest werden.

So gehst du beim Wasserbad vor:

  1. Stelle das geschlossene Glas in ein Gefäß mit warmem Wasser. Der Deckel bleibt oberhalb der Wasserlinie.
  2. Prüfe die Wassertemperatur mit einem Thermometer. Sie darf höchstens 35 °C betragen.
  3. Gib dem Honig Zeit. Zum gelegentlichen Umrühren nimmst du das Glas heraus, trocknest es außen ab und öffnest es erst dann.
  4. Benutze einen sauberen, trockenen Löffel. Verschließe das Glas wieder, bevor du es zurück ins Wasser stellst.
  5. Nimm es heraus, sobald der Honig die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

Es darf kein Wasser in den Honig gelangen. Nimm deshalb auch dann kein kochendes Wasser, wenn es schneller gehen soll. Mehr Hitze kann das Aroma und die Aktivität natürlicher Enzyme verändern. Die Mikrowelle eignet sich ebenfalls nicht zum schonenden Verflüssigen.

Für ein Dressing brauchst du das Glas nicht eigens zu erwärmen. Nimm die benötigte Menge heraus und verrühre sie mit den flüssigen Rezeptzutaten. Honig wird fest, weil sein Traubenzucker Kristalle bildet. Honig verflüssigen solltest du deshalb nur langsam und nie in der Mikrowelle.

Wabenhonig und Honigspezialitäten aufbewahren

Wabenhonig bewahrst du trocken, verschlossen, kühl und dunkel auf, nicht im Kühlschrank. Auch Frucht im Honig und Gewürz im Honig schützt du vor Feuchtigkeit, Licht und Wärme. Zusätzlich gelten die Lagerhinweise auf dem jeweiligen Produkt.

Schneide Wabenhonig mit einem sauberen, trockenen Messer. Was beim Anschneiden ausläuft, ist normaler Honig. Lass ihn bei der Wabe und verschließe den Behälter nach dem Portionieren wieder.

Wabenstücke, die bereits mit Käse oder Joghurt auf dem Teller lagen, kommen nicht zurück zum Vorrat. Wie du sie portionierst und mitisst, erklärt Wabenhonig essen.

Honigspezialitäten enthalten zusätzlich Früchte oder Gewürze. Lagerhinweise für reinen Naturhonig lassen sich deshalb nicht pauschal auf jede Spezialität übertragen. Nimm auch hier trockenes Besteck und schließe das Glas nach jeder Entnahme.

Häufige Fragen

Kann Honig schimmeln?

Bei richtig gelagertem Naturhonig ist Schimmel ungewöhnlich. Kommen Wasser oder Speisereste ins Glas, kann der Honig aber verderben. Feuchtigkeit kann auch dazu führen, dass er gärt. Nimm deshalb immer sauberes, trockenes Besteck und schraube den Deckel zu. Bei erkennbarem Schimmel solltest du den Honig nicht mehr essen, auch nicht nach dem Abschöpfen. Helle Kristallflecken allein sind kein Beleg für Schimmel.

Warum bildet sich eine helle Schicht oben im Glas?

Eine helle Schicht kann durch eingeschlossene Luft oder feine Zuckerkristalle entstehen. Helle Stellen in kristallisiertem Honig nennen Imker auch Blütenbildung. Das ist nicht automatisch Schimmel. Die Farbe allein reicht aber nicht aus, um die Ursache sicher zu erkennen. Bildet sich dagegen Schaum, steigen Bläschen auf oder riecht der Honig gärig, kann er gären. Iss ihn dann nicht weiter.

Darf ich festen Honig in die Mikrowelle stellen?

Zum Verflüssigen gehört fester Honig nicht in die Mikrowelle. Einzelne Stellen können dort schon sehr heiß sein, während der Rest noch fest ist. Diese ungleichmäßige Erwärmung lässt sich schlecht kontrollieren und kann Aroma und natürliche Enzyme beeinträchtigen. Nimm ein Wasserbad bei höchstens 35 °C. Lass kein Wasser in den Honig gelangen und nimm das Glas heraus, sobald er weich genug ist.

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